Segel setzen, Leinen los und Kurs auf eine Woche voller Erfahrungen! – so begann unsere gemeinsame Reise an Bord der Providentia, einem traditionsreichen Segelschiff, das uns von Rostock über dänische Küstenorte bis nach Flensburg brachte.
Der erste Tag war dabei gleich eine echte Herausforderung: Von Rostock nach Gedser hatten wir wenig Wind aber viel Welle aus ungünstiger Richtung, was einige von uns ziemlich durchschaukelte. Aber genau das hat uns gleich zu Beginn zusammengeschweißt. Zwischen Seekrankheit, Lachen und ersten Manövern starteten wir auch in die inhaltliche Auseinandersetzung: Was ist eigentlich KlimaSail? Was erwarten wir von der Woche? Und wie funktioniert das Zusammenleben an Bord?
Mit jedem Tag wurden wir sicherer an Deck und in unseren Rollen – und auch das Wetter meinte es nach dem schaukeligem Start gut mit uns. Am Dienstag segelten wir weiter nach Stubbeköbing, wo wir Meerwasserproben untersuchten und erste Einblicke in marine Ökosysteme gewannen. Mit Refraktometer, Testkits und pH-Streifen wurde der Ostsee auf den Grund gegangen. Der Mittwoch war dann ein Landtag, und was für einer! Früh morgens ging’s los mit Birdwatching, später bestimmten wir Insekten mit Apps und Bestimmungsbüchern – jeder stellte am Ende seinen „coolsten“ Fund vor, samt Fun Facts und Infos zur Red List und Invasivität. Nachmittags ging es weiter mit Mikroskopen und Binokularen: Pflanzen, Pilze und winzige Strukturen konnten wir uns ganz genau anschauen.
Donnerstag und Freitag standen wieder im Zeichen des Segelns – diesmal von Stubbeköbing über Lohals nach Marstal. In Lohals hatten wir abends sehr viel Spaß bei einer dänischen Live-Band direkt im Hafen. Ich sage nur „Juppi Juppi Yay Yay Juppi Juppi Yay :D!“. Neben dem Segelsetzen lernten wir Knoten, erfuhren etwas über die Segeltheorie und wagten uns an eine Fischereisimulation, die überraschend ernst wurde: Es mündete in eine Diskussion über Überfischung, Fluchtursachen und Seenotrettung. Die Stimmung war nachdenklich, aber durch gemeinsame Energizer und Gespräche fanden wir als Gruppe schnell wieder in eine gute Balance. Apropos Energizer „Moose Moose Alpacaa!!“
Am Samstag ankerten wir in der Flensburger Förde – ein besonderer Moment, denn Ankern ist immer ein Abenteuer für sich. Gemeinsam sprachen wir über globale CO₂-Verteilung, Klimagerechtigkeit und lernten verschiedene Klimaaktivist*innen und Klimazeug*innen kennen. Die Diskussionen waren intensiv, aber auch inspirierend – jede*r konnte sich mit seinen Gedanken einbringen. Abends wurde noch Gitarre gespielt und Lieder gesungen. Am Sonntag kamen wir schließlich in Flensburg an, wo unsere Reise mit einer Reflexionsrunde endete. Der Kreis schloss sich – aus einzelnen Menschen war eine richtige Crew geworden.
Was bleibt? Viele Segel-Erfahrungen, spannende Erkenntnisse zu Klima und Umwelt und eine Gemeinschaft, die sich in einer Woche gefunden hat. Und das Gefühl, dass jede*r etwas beitragen kann.
Artikel von Niklas Grede
(Zeitraum 4.-10.8.2025, Gruppenleitung Silke Kühn)